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Stärken-Schwächen-Analyse: Das Unternehmen ehrlich bewerten

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 3 Minuten3 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Definition
  2. Bewertungsbereiche
  3. Vorgehen
  4. Beispiel: Profil eines Cafés
  5. Typische Fehler
  6. Prüfungswissen
  7. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stärken-Schwächen-Analyse bewertet die internen Ressourcen und Fähigkeiten eines Unternehmens – immer im Vergleich zum stärksten Wettbewerber oder zur Kundenerwartung.
  • Bewertungsbereiche: Produkt, Preis, Vertrieb, Kommunikation, Produktion, Finanzen, Personal, Standort, Organisation, Innovation.
  • Ergebnis ist ein Stärken-Schwächen-Profil: Kriterien mit Bewertung von ++ bis −− gegenüber dem Wettbewerb.
  • Sie ist die interne Hälfte der SWOT-Analyse.

Wer sich selbst bewertet, überschätzt sich – das gilt für Menschen wie für Unternehmen. Die Stärken-Schwächen-Analyse ist der Versuch, das systematisch zu verhindern: Sie zwingt zu Kriterien, zu einem Vergleichsmaßstab und zu Belegen. Als interne Hälfte der SWOT-Analyse liefert sie die Felder S und W.

Definition

Die Stärken-Schwächen-Analyse (Unternehmensanalyse, Ressourcenanalyse) untersucht die internen Potenziale eines Unternehmens – Ressourcen, Fähigkeiten, Strukturen – und bewertet sie relativ zum Wettbewerb oder zu den Anforderungen des Marktes. Stärken sind Bereiche, in denen das Unternehmen besser ist als relevante Konkurrenten; Schwächen, in denen es schlechter ist. Ohne Vergleich gibt es weder das eine noch das andere.

Bewertungsbereiche

BereichBeispielkriterienBeleg
Produkt / LeistungQualität, Sortiment, Innovation, Service, MarkeReklamationsquote, Testurteile, Anteil neuer Produkte am Umsatz
Preis / KostenKostenstruktur, Preisniveau, KonditionenStückkosten vs. Branche, Deckungsbeiträge
VertriebAbsatzkanäle, Flächenpräsenz, Außendienst, LogistikDistributionsgrad, Lieferzeit, Retourenquote
KommunikationBekanntheit, Image, KundenbindungMarkenbekanntheit, Bewertungen, Wiederkaufrate
Produktion / TechnikKapazität, Flexibilität, Anlagenalter, DigitalisierungAuslastung, Durchlaufzeit, Ausschuss
FinanzenEigenkapital, Liquidität, RentabilitätEigenkapitalquote, Cashflow, Umsatzrendite
Personal / FührungQualifikation, Fluktuation, Abhängigkeit von EinzelnenFluktuationsrate, Krankenstand, Weiterbildungstage
Standort / OrganisationLage, Erreichbarkeit, Prozesse, EntscheidungswegeLaufkundschaft, Bearbeitungszeiten

Vorgehen

  1. Kriterien festlegen – aus den Bereichen oben die zehn bis fünfzehn, die für die Branche erfolgskritisch sind. Für ein Café: Lage, Produktqualität, Preis, Service, Atmosphäre, Öffnungszeiten, Online-Präsenz, Personal, Kosten.
  2. Vergleichsmaßstab wählen – den stärksten direkten Wettbewerber oder den Branchendurchschnitt; bei Gründungen die Kundenerwartung.
  3. Bewerten – jedes Kriterium auf einer Skala (z. B. −2 bis +2 oder 1 bis 5) für das eigene Unternehmen und den Vergleich; mit Beleg, nicht mit Bauchgefühl. Mehrere Personen unabhängig bewerten lassen und Abweichungen diskutieren.
  4. Profil zeichnen – das Stärken-Schwächen-Profil: Kriterien untereinander, Bewertungen als Linie. Wo die eigene Linie rechts vom Wettbewerb liegt, ist eine Stärke; links eine Schwäche.
  5. Priorisieren – nicht jede Schwäche ist wichtig. Entscheidend sind Schwächen bei erfolgskritischen Kriterien (Lage für ein Café) und Stärken, die Kunden wahrnehmen.

Beispiel: Profil eines Cafés

Kriterium (eigen / Kette gegenüber, Skala −2…+2): Lage +2/+1 · Produktqualität +2/0 · Preis −1/+1 · Service +1/0 · Atmosphäre +2/−1 · Öffnungszeiten −1/+2 · Online-Bestellung −2/+2 · Personalstabilität −1/0 · Kostenstruktur −1/+1. Stärken: Lage, Qualität, Atmosphäre. Schwächen: Online, Öffnungszeiten, Kosten. Die Schwäche „Online“ wiegt schwer, wenn das neue Wohnviertel Vorbestellung erwartet; die Schwäche „Preis“ ist bei einer Qualitätspositionierung hinnehmbar.

Typische Fehler

  • Ohne Vergleich bewerten. „Freundliches Personal“ ist nur eine Stärke, wenn der Wettbewerb unfreundlicher ist.
  • Innensicht statt Kundensicht. Was das Unternehmen stolz macht (die neue Maschine), interessiert Kunden nicht; was Kunden merken (Wartezeit), fehlt.
  • Nur Positives. Eine Analyse mit zwölf Stärken und zwei Schwächen ist Werbung.
  • Externes einmischen. „Konjunktur“ und „Wettbewerber“ gehören in die Chancen-Risiken-Analyse.

Prüfungswissen

Was unterscheidet die Stärken-Schwächen-Analyse von der Chancen-Risiken-Analyse (intern/extern)? Warum braucht sie einen Vergleichsmaßstab? Nenne fünf Bewertungsbereiche mit je einem Kriterium. Was ist ein Stärken-Schwächen-Profil? Wie fließt das Ergebnis in die SWOT ein?

Häufige Fragen

Was ist eine Stärken-Schwächen-Analyse?

Die systematische Bewertung der internen Ressourcen und Fähigkeiten eines Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb – Produkt, Preis, Vertrieb, Kommunikation, Produktion, Finanzen, Personal, Standort. Sie liefert die Felder S und W der SWOT-Analyse.

Wie finde ich die Stärken meines Unternehmens?

Über Kriterien mit Belegen und Vergleich: Wo liegen Kennzahlen (Reklamationen, Lieferzeit, Bewertungen) besser als beim stärksten Wettbewerber? Was nennen Kunden als Grund, bei dir zu kaufen? Mehrere Personen unabhängig bewerten lassen.

Was ist ein Stärken-Schwächen-Profil?

Eine grafische Darstellung: Kriterien untereinander, Bewertung von −2 bis +2 für das eigene Unternehmen und den Wettbewerber als Linien. Wo die eigene Linie rechts liegt, ist eine Stärke, links eine Schwäche.

Quellen

  1. Gabler Wirtschaftslexikon: SWOT-Analyse – https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/swot-analyse-52664 (abgerufen 10.10.2026)
  2. Meffert, H. et al.: Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Springer Gabler – https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-21196-7 (abgerufen 10.10.2026)
  3. Munich Business School, BWL-Lexikon: SWOT-Analyse – https://www.munich-business-school.de/l/bwl-lexikon/swot-analyse (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion Marketinginstrumente.net. Erstmals veröffentlicht im März 2012, vollständig neu geschrieben und geprüft am 10.10.2026. Lernhilfe, keine Beratung im Einzelfall.

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