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Marketing-Lexikon A–Z: Fachbegriffe kurz erklärt

Geprüft am 10.10.2026Lesezeit 5 Minuten3 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. A bis C
  2. D bis K
  3. M bis P
  4. Q bis Z
  5. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Begriffe, die in Prüfungen, Lehrbüchern und Agenturen vorausgesetzt werden – alphabetisch, mit Formel, wo es eine gibt.
  • Verlinkt auf die ausführlichen Artikel zu Mix, Analysen und Strategien.
  • Fehlt ein Begriff? Schreib uns über die Kontaktseite.

Dieses Lexikon ersetzt die früheren Kurzeinträge dieser Seite. Jeder Begriff ist in zwei, drei Sätzen erklärt; wo es einen ausführlichen Artikel gibt, ist er verlinkt.

A bis C

Above the line / Below the line
Klassische Werbung in Massenmedien (above) gegenüber allen anderen Kommunikationsmaßnahmen wie Verkaufsförderung, Direktmarketing, Sponsoring, Events (below). Die Grenze verschwimmt mit Online-Werbung. → Kommunikationspolitik
AIDA
Attention, Interest, Desire, Action – Stufenmodell der Werbewirkung.
Briefing
Schriftlicher Auftrag an eine Agentur (Agenturbriefing) oder vom Kunden an das Unternehmen (Kundenbriefing): Ausgangslage, Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Budget, Zeitplan, Erfolgsmessung. Ein gutes Briefing ist kurz und beantwortet, was erreicht werden soll – nicht, wie.
Bruttoreichweite
Summe aller Kontakte einer Werbemaßnahme, Mehrfachkontakte derselben Person mitgezählt (in Prozent der Zielgruppe oder absolut). Gegenstück: Nettoreichweite = erreichte Personen ohne Doppelzählung. Bruttoreichweite ÷ Nettoreichweite = durchschnittliche Kontakthäufigkeit.
Buying Center
Alle Personen, die in einem Unternehmen an einer Kaufentscheidung beteiligt sind – mit typischen Rollen: Benutzer (User), Einkäufer (Buyer), Entscheider (Decider), Beeinflusser (Influencer), Informationsselektierer (Gatekeeper). Im B2B-Marketing muss jede Rolle mit eigenen Argumenten angesprochen werden.
Copy
Der Text einer Werbemaßnahme (Headline, Fließtext, Claim); Copy-Strategie = Festlegung von Nutzenversprechen, Begründung (Reason why) und Tonalität vor der Gestaltung.
Corporate Identity (CI)
Die Gesamtheit der Merkmale, die ein Unternehmen unverwechselbar machen: Corporate Design (Erscheinungsbild), Corporate Communication (Kommunikation), Corporate Behaviour (Verhalten). Ergebnis nach außen: Corporate Image.

D bis K

Deckungsbeitrag
Verkaufspreis minus variable Stückkosten; der Betrag, der zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag. → Preiskalkulator
Differenzierungsstrategie
Wettbewerbsstrategie nach Porter: Einzigartigkeit, für die Kunden einen Aufpreis zahlen. → Wettbewerbsstrategien
Distributionsgrad
Anteil der Verkaufsstellen, die ein Produkt führen, an allen möglichen Verkaufsstellen (numerisch) – oder gewichtet nach deren Umsatz (gewichteter Distributionsgrad).
Gross Rating Point (GRP)
Bruttoreichweite in Prozent der Zielgruppe: Nettoreichweite (%) × durchschnittliche Kontakthäufigkeit. 200 GRP heißen z. B. 50 % der Zielgruppe je viermal erreicht. Währung der Mediaplanung, vor allem im TV.
Kannibalisierung
Ein neues Produkt nimmt einem eigenen bestehenden Produkt Absatz weg statt dem Wettbewerb.
Kollektive Werbeformen
Mehrere Unternehmen werben gemeinsam: Gemeinschaftswerbung (Branche ohne Markennennung, z. B. „Milch macht’s“), Sammelwerbung (mehrere Anbieter mit Nennung, z. B. Einkaufsstraße), Verbundwerbung (Hersteller und Händler gemeinsam).
Komplementärgüter
Güter, die gemeinsam genutzt werden (Drucker und Patronen, Auto und Benzin). Steigt der Preis des einen, sinkt die Nachfrage nach dem anderen. Gegenstück: Substitutionsgüter.
Kostenführerschaft
Wettbewerbsstrategie nach Porter: die niedrigsten Kosten der Branche. → Wettbewerbsstrategien
Kreuzpreiselastizität
Prozentuale Nachfrageänderung bei Gut A ÷ prozentuale Preisänderung bei Gut B. Positiv bei Substituten (Butter teurer → mehr Margarine), negativ bei Komplementen, nahe null bei unabhängigen Gütern.

M bis P

Marktanteil
Eigener Absatz oder Umsatz ÷ Gesamtmarkt. Relativer Marktanteil = eigener Anteil ÷ Anteil des stärksten Wettbewerbers. → Portfolio-Analyse
Median und Modus
Lageparameter der Marktforschung: Der Median teilt eine sortierte Reihe in zwei Hälften (50 % liegen darunter) und ist gegen Ausreißer unempfindlich – im Gegensatz zum Durchschnitt. Der Modus ist der häufigste Wert. Beispiel Einkommen: Durchschnitt wird von wenigen Reichen nach oben gezogen, der Median nicht.
Mediaselektion
Auswahl der Werbeträger (Intermediaselektion: TV, Print, Online …) und innerhalb davon der konkreten Titel oder Sender (Intramediaselektion) nach Reichweite, Zielgruppenaffinität, Streuverlust und Tausend-Kontakt-Preis.
Nischenstrategie
Konzentration auf ein enges Marktsegment. → Wettbewerbsstrategien
Over-Reporting
Fehler in Befragungen: Teilnehmer geben mehr an, als sie tatsächlich tun (Kauf, Mediennutzung, sozial erwünschtes Verhalten). Gegenstück Under-Reporting. Beides verzerrt Panel- und Umfragedaten.
Panel und Panel-Effekte
Panel: dieselbe Stichprobe wird wiederholt befragt oder beobachtet (Verbraucher-, Handelspanel). Panel-Effekte: Teilnehmer verändern durch die Teilnahme ihr Verhalten (werden bewusster, preisorientierter) oder ermüden (Panelsterblichkeit) – die Daten verzerren sich mit der Zeit.
Positionierung
Gestaltung des Bildes vom Angebot in der Zielgruppe gegenüber dem Wettbewerb; Erst-, Um-, Positionsverstärkung. → Segmentierung und Positionierung
Product Placement
Bezahlte Platzierung von Produkten oder Marken in Filmen, Serien, Spielen, Videos. In Deutschland zulässig, aber kennzeichnungspflichtig („Unterstützt durch Produktplatzierung“); unzulässig in Nachrichten und Kindersendungen.
Produktvariation
Veränderung eines bestehenden Produkts (Relaunch). → Produktpolitik

Q bis Z

Quotenauswahlverfahren
Nicht-zufällige Stichprobe der Marktforschung: Die Stichprobe wird nach Quoten (z. B. 51 % Frauen, 20 % über 65) zusammengesetzt, die der Grundgesamtheit entsprechen; innerhalb der Quote wählt der Interviewer frei. Schnell und günstig, aber nicht repräsentativ im statistischen Sinn – anders als die Zufallsauswahl.
Relaunch
Wiederbelebung eines Produkts in Reife oder Sättigung. → Produktlebenszyklus
Streuverlust
Anteil der Werbekontakte, die Personen außerhalb der Zielgruppe erreichen. Streuverlust = Kontakte außerhalb ÷ Bruttokontakte. Ein Plakat an der Autobahn für ein Nischenprodukt hat hohen Streuverlust; eine Fachzeitschrift geringen. Senkt die Effizienz, nicht die Reichweite.
Substitutionsgüter
Güter, die einander ersetzen können (Butter und Margarine, Bahn und Fernbus). Steigt der Preis des einen, steigt die Nachfrage nach dem anderen. Gegenstück: Komplementärgüter.
Tausend-Kontakt-Preis (TKP)
Kosten einer Werbeschaltung ÷ Bruttoreichweite × 1.000. Vergleichsmaßstab für Werbeträger; aussagekräftiger als Zielgruppen-TKP (nur Kontakte in der Zielgruppe).
USP (Unique Selling Proposition)
Das einzigartige Verkaufsversprechen – der Nutzen, den nur dieses Angebot bietet und der für die Zielgruppe relevant ist. Grundlage der Positionierung und der Copy-Strategie.
Vertriebsformen: universell, selektiv, exklusiv
Grade der Distribution: überall, bei ausgewählten Händlern, bei einem Händler je Gebiet. → Distributionspolitik
Zielgruppe
Das Segment, das mit einem Marketing-Mix angesprochen wird. → Segmentierung

Häufige Fragen

Was ist der Streuverlust?

Der Anteil der Werbekontakte, die Personen außerhalb der Zielgruppe erreichen: Kontakte außerhalb geteilt durch alle Kontakte. Hoher Streuverlust bedeutet teure, ineffiziente Werbung – typisch für Massenmedien bei Nischenprodukten.

Was ist ein Buying Center?

Alle Personen, die in einem Unternehmen an einer Kaufentscheidung mitwirken, mit den Rollen Benutzer, Einkäufer, Entscheider, Beeinflusser und Gatekeeper. Im B2B-Marketing braucht jede Rolle eigene Argumente.

Was ist der Unterschied zwischen Substitutions- und Komplementärgütern?

Substitutionsgüter ersetzen einander (Butter/Margarine): Wird eines teurer, steigt die Nachfrage nach dem anderen. Komplementärgüter werden zusammen genutzt (Drucker/Patronen): Wird eines teurer, sinkt die Nachfrage nach dem anderen.

Quellen

  1. Meffert, H. et al.: Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Springer Gabler – https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-21196-7 (abgerufen 10.10.2026)
  2. Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) – https://www.zaw.de/ (abgerufen 10.10.2026)
  3. Bundeszentrale für politische Bildung: Lexikon der Wirtschaft – https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/ (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion Marketinginstrumente.net. Erstmals veröffentlicht im Januar 2012, vollständig neu geschrieben und geprüft am 10.10.2026. Lernhilfe, keine Beratung im Einzelfall.

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